It makes no sense to only learn from your AI
Dieses Zitat des Moodle-Gründers Martin Dougiamas bringt den Mehrwert einer MoodleMoot-Konferenz im heutigen Zeitgeist gut auf den Punkt. Gegenseitig vom Erfahrungswissen profitieren, Best Practices teilen, gemeinsame Entwicklungen anstoßen und voran treiben sowie vieles mehr. Und das alles mit realen Menschen, ohne Halluzination. An der ETH Zürich, Campus Hönggerberg, erlebten also LMS-Erfahrene Menschen vom 30. Juni bis zum 3. Juli intensive Tage.
DevCamp 30.6–1.7.
Am DevCamp beteiligten sich 120 Personen, die nicht zwingend Entwickler:innen sein mussten. 35 Projektideen wurden in Pitches vorgestellt. 22 davon griffen Arbeitsgruppen an den beiden Tagen auf, um sie zum Leben zu erwecken. Alle 22 lieferten am Ende „working code“, also lauffähige Software. Es wurden in drei Kategorien Gewinner-Teams gewählt, wenngleich alle Teilnehmenden Gewinner waren. In der Kategorie „Fancy New Stuff“ gewann das Team „Moodle Quiz Activity Monitor“, bestehend aus Eliot Hoving, Dennis Pfahl und Nikola Bozhkov. Die Kategorie „Bug Fixes and Improvements“ konnte das Team „Activity Wizard“ für sich entscheiden: Martin Dougiamas, Malte Schmitz, Emilie Ringuet, Alistair Spark, Lily Asshauer, Jan Böhmerle, Stefan Scholz. Und in der Kategorie „Groundwork & Daily Helpers“ freuten sich Peter Mayer, Alexander Bias, Melanie Treitinger, Kathleen Aermes, Nikolai Jahreis, und Joscha Sauerland als Team „Bring your tutorials and support materials directly to Moodle“ über den ersten Platz.



BarCamp 2.–3. Juli
Das BarCamp verzeichnete 241 Teilnehmende. Es wurden 50 Sessions und eine Spezial-Session durch Martin Dougiamas angeboten. Aufgrund der starken internationalen Beteiligung liefen ca. drei Viertel der Sessions auf (überwiegend) Englisch und ca. ein Viertel auf Deutsch. Die Sessions waren mit folgenden Themenkategorien angegeben:
- 43% Administration
- 27.5% Development
- 19.6% Didactics
- 19.6% Design & UX
Im Vereins-Kontext bot die AG „Community-Arbeit“ eine Session zur Knowledge Base an, moderiert durch Klaus Steitz: https://kb.moodle-an-hochschulen.de/
Die Session-Dokumentation ist auch ohne Login abrufbar: https://moodlemootdach.org/course/section.php?id=236
In drei Räumen (J3, J7 und G3) wurde aufgezeichnet und die Recordings werden noch bereitgestellt.
Starke internationale Beteiligung
An DevCamp und BarCamp zusammengezählt nahmen 309 unterschiedliche Personen teil. 122 aus Deutschland, 82 aus der Schweiz und 39 aus Österreich. 60 Personen stammten aus anderen Ländern. Dabei waren auch weit entfernte wie Kolumbien, Ghana, Kanada und USA sowie Oman (je 3 Personen). Die größte Gruppe außerhalb DACH bildete United Kingdom mit 19 Personen. Auch das Moodle Headquater (HQ) war wieder mit einer großen Delegation vertreten. Viele freuten sich über die Teilnahme von Martin Dougiamas an allen Tagen, der die Veranstaltung zudem mit einem besonderen Lob ehrte:
For me, this was the best and most productive MoodleMoot ever!
Martin Dougiamas
Session „Start Over Again“ von Martin Dougiamas
Martin ließ es sich nicht nehmen, auch einen Pitch für eine Session zu machen. Wenig überraschend brandete schnell reges Interesse daran auf, sodass kurzerhand entschieden wurde, seine Session an den Ende des ersten BarCamp-Tages ohne eine Parallel-Session zu legen. In der Session nahm er die Zuhörenden mit auf eine Reise durchs Weltall (we are all together on the spaceship earth) bis hin zu lokalen Begegnungen (get involved locally and in clubs). Unterschiedliche menschliche Kulturen seien wichtig und sollten bewahrt werden. Von Angesicht zu Angesicht lernen Menschen am besten, auch daher sind Präsenzkonferenzen so beliebt, trotz aller Online-Möglichkeiten: „Go learn face to face, online learning does not beat real physical learning opportunities“. In diesem Kontext brachte er auch das eingangs genutzte Zitat „It makes no sense to only learn from your AI“. Zu KI bemerkte er, dass sie uns dauerhaft begleiten werde („AI is here to stay“ und „AI will be in everyone’s pocket“), wir aber bereits in der „going down phase“ des Gartner Hype Cycle sind. Viele sind desillusioniert von den Unternehmen, nicht unbedingt vom KI-Konzept als solches. Zum Ende hin betonte er die Wichtigkeit von Standards, speziell offenen Standards: „Lifelong education needs a subset of open standards“. Er stellte die Idee eines lebenslangen learning hubs vor: Learner’s lifelong learning hub (local-first app) – portable, exportable (YAML/JSON), interoperable LMS (Organisation System), die Teilnehmende an das Konzept „Personal learning environment“ erinnerte. Die Frage auf den wesentlichen Unterschied beantwortete er mit „AI makes all the difference“. Zum Abschluss seiner Session mit keynote-Zügen zeigte er eine komplexe Grafik „Open EdTech Learning Ecosystem“ und warb für https://openedtech.global, womit er sich zukünftig intensiv beschäftigen werde.
Danke und MoodleMoot DACH 2027
Auch an dieser Stelle bedanken wir uns herzlich bei allen, die zu diesem großartigen Event beigetragen haben! Zunächst ist hier das komplette Orga-Team zu nennen, das wieder hervorragende Arbeit geleistet hat, die bei einer Konferenz dieser Größenordung – aktuell offenbar die größte MoodleMoot weltweit – nicht zu unterschätzen ist. Die Inputgeber:innen teilten ihr Erfahrungswissen sowie Fragestellungen oder Pläne und aktivierten die Teilnehmenden. Diese wiederum trugen durch ihre Beteiligung das Barcamp-Konzept und erweckten es zum Leben.
Von der Community, für die Community!
Die MoodleMoot DACH 2027 wird im September 2027 an der Uni Wien stattfinden und Viele freuen sich bereits auf erneut spannende und lehrreiche Tage im Dialog mit praxiserprobten Menschen – getreu dem Motto:
It makes no sense to only learn from your AI; Go learn face to face!



